Wer sich schon immer gefragt hat, was dabei herauskommt,
wenn ein Softwareentwickler einen Science-Fiction-Roman schreibt, bekommt mit
NEXUS eine Antwort. Ramez Naam hat bei Microsoft federführend an der
Entwicklung von Outlook, dem Internet Explorer und der Suchmaschine Bing
mitgearbeitet und hält 19 Patente aus dem Bereich der Informatik. Er ist
fraglos ein anerkannter Wissenschaftler und Computerexperte. Nun kann es sehr
leicht sein, dass, wenn jemand mit solchen Reputationen sich an ein
fiktives Werk heranwagt, er den Leser
mit geballtem Wissen und Informationen erschlägt und der Unterhaltungswert auf
der Strecke bleibt. NEXUS fällt nicht in diese Kategorie. Naam erzählt einen
spannenden Thriller, der gleichzeitig einen nicht ganz so unwahrscheinlichen
Blick in die Zukunft wirft, der zudem mit Fakten aus dem derzeitigen Stand der
Wissenschaft untermauert wird und dann auch noch ethisch-moralische Fragen
aufwirft. Zu guter letzt bezieht der
Autor auch noch recht eindeutig Stellung zu den aufgeworfenen philosophischen
Fragen. Ramez Naam ist ein Schriftsteller mit einer bestimmten Haltung und
diese wird in seinem Debütroman deutlich.
NEXUS ist eine Nano-Droge, vielmehr ein Neurocomputer, der
direkt das Gehirn beeinflusst. Je nachdem mit was NEXUS programmiert wurde,
kann dieses als Prozess im Gehirn ablaufen, beispielsweise kann man so ohne Übung ein veritabler Kampfsportler werden. Kaden Lane ist es mit einigen Freunden
gelungen die flüchtige Droge NEXUS, so weiter zu entwickeln, dass sie permanent
im Gehirn bleibt und der Mensch, der NEXUS 5 intus hat, so die Veränderungen,
die das Programm bewirkt, auf Dauer in sich hat. Er ist also nicht mehr nur Mensch, sondern
eine Art Mensch 2.0. Natürlich hat auch die amerikanische Regierung Interesse
an NEXUS 5, oder vielmehr ein Interesse daran, dass NEXUS 5 nicht weiter
verbreitet wird. Lane und seine Mitstreiter werden verhaftet, nachdem sich eine
Agentin bei ihnen einschleust. Um seine Freunde zu schützen lässt sich Lane auf
einen Deal ein: er versucht für den Geheimdienst Kontakt zu einer chinesischen
Wissenschaftlerin herzustellen, die auf dem gleichen Gebiet forscht, wie er.




