Es ist schwierig, das Mittelstück einer Trilogie zu besprechen, ohne zu sehr auf den Inhalt des ersten Teils einzugehen und somit potentielle Leser zu verprellen, die den ersten Teil noch nicht kennen und ihn nach der Lektüre der Rezension des zweiten Teils nicht mehr lesen wollen, da sie eh wissen, was passiert. Aber da Christian Sidjani selbst sagt: „Kenntnisse über die Ereignisse aus STILLMANNS MÜNZEN wären von Vorteil, müssen aber nicht vorhanden sein, um DER MITTLERE TURM zu verstehen.“, werde ich hier in einigen Nebensätzen auf die Handlung von STILLMANNS MÜNZEN (
hier geht es zu meiner Rezension davon) eingehen. Wer davon nichts wissen möchte, sollte hier aufhören zu lesen und vielleicht noch kurz einen Blick auf das Fazit werfen.
DER MITTLERE TURM beginnt nach den Ereignissen aus STILLMANNS MÜNZEN. Es gibt einen neuen Erzähler. Das muss auch so sein, denn gleich zu Beginn erfahren wir, dass der Erzähler des ersten Teils der Trilogie, Michael Martens, vom mittleren der drei Mundsburg-Türme gestürzt ist. Der neue Erzähler Johann arbeitet genau, wie Michael in Teil eins, im Kino des Mundsburg Centers. Nebenbei versucht er sich, ebenfalls wie Michael, als Schriftsteller. Johann fällt nun zufällig das Notizbuch von Martens in die Hände. In diesem Notizbuch findet er den von Martens verfassten Text, der dem Leser als STILLMANNS MÜNZEN bekannt ist. Er schreibt das Notizheft in tagebuchähnlicher Form weiter und versucht herauszufinden, ob Martens Obsession für Stillmann, das Jahr 1973 und den Mundsburgtürmen aufgrund realer Geschehnisse vorhanden waren oder, ob es nur Wahnvorstellungen waren. Dazu nimmt er Kontakt mit Melena, die auch schon aus STILLMANNS MÜNZEN bekannt ist, und mit Michaels Mutter auf. Nun gerät Johann selbst immer mehr in den Strudel der mysteriösen Ereignisse um die Mundsburg-Türme. Gleichzeitig erhält er auch noch die weiteren Notizbücher Michaels und liest seine Geschichten, die wie aus STILLMANNS MÜNZEN bekannt, vom Tod diktiert sind.